Kleines aber Feines für die Spürnase

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Damit hat alles angefangen. Das „Ur-Zwergerl“ besteht aus dem Rand einer Jeanshose und der kennzeichnenden „Zwergerl-Bordüre“.

Am vergangenen Wochenende habe ich bei der Ausrichtung der Rettungshundeprüfung in Würzburg geholfen. Das Schöne an einer solchen Veranstaltung ist nicht nur die Prüfung selbst mit ansehen zu können, sondern auch das ganze Drumherum. Man pflegt den Kontakt mit anderen Hundeführern und lernt dabei Menschen kennen die tolle und kreative Ideen rund um das Thema Hund entwickelt haben.  So wie Linda Michel aus Uettingen bei Würzburg, die mit Ihrer Aussiehündin Zoe` ebenfalls bei der Würzburger Staffel trainiert. Linda stellt kleine Such- und Apportiergegenstände in den verschiedensten Größen und Materialien her.  Die sogenannten „Zwergerl“ sehen nicht nur süß aus, sondern sind auch noch wahnsinnig handlich und echt praktisch, denn die Größe einer Hosentasche überschreiten sie nie. Vorbei sind die Zeiten in denen die lästige Dummytasche  durch Wald und Wiesen geschleppt wurde. Reisen mit leichtem Gepäck lautet die Devise! Der Hund wird dabei nicht minder gefordert, ganz im Gegenteil: je kleiner das Zwergerl, desto größer die Suchleistung der Spürnase. Wenn die hübsche Australierin Zoe` beispielsweise das winzige „Ur-Zwergerl“ sucht, „dann ist sie nach einer zehnminütigen Suche im hohen Gras so fertig, dass sie erst mal eine ordentliche Portion Mittagsschlaf braucht“ erzählt mir ihr Frauchen Linda. Darüber hinaus schätzt sie es sehr, dass sie mit dieser Methode eine gute Auslastung ohne zu große Steigerung des Erregungslevels erreichen kann.

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Egal ob groß oder klein, es ist für jeden was dabei!

Ich bin natürlich hellauf begeistert von dieser Idee, denn für meinen Bürohund bin ich immer auf der Suche nach einer unkomplizierten aber wirkungsvollen Methode um ihm abwechslungsreiche Auslastung zu bieten. Die kleinen Stoffapportel scheinen dafür die perfekte Gelegenheit zu bieten. Von hosentaschengroß bis fingernagelklein reichen die wundersamen und doch so einfachen Suchgegenstände. Ich staune nicht schlecht, wenn ich sehe welche kleinen Stoffschnipsel Zoe` in der Lage ist zu apportieren. Ich habe ja schließlich den direkten Vergleich, einen Suchhund der Menschen findet die tief im Wald vergraben liegen. Auch handelsübliche Dummys apportiert mein Paul sehr gerne, aber so etwas Winziges? Ich bin skeptisch, selbst wenn er das „Ur-Zwergerl“ finden würde, käme es doch sicherlich nicht bei mir an, denn während des Apportiervorgangs würde es im Schlabbermaul meines Labis nach und nach die Speiseröhre hinab rutschen. „Das lernt er“, versichert mir Linda „Du kannst nicht gleich mit dem Allerkleinsten beginnen, sondern musst Dich kleinschrittig nach vorne arbeiten“. Wichtig ist ein ordentlicher Aufbau der Zwergerl-Suche, danach kann man die Suchgegenstände variieren. Der Hund lernt dann mit der Zeit auch die kleinesten Stoffzwerge zu finden und zurück zum Hundeführer zu bringen. So wird er geschult sein Maul mit unterschiedlicher Intensität einzusetzen: Feinere und kleinere Stoffe fordern ein sanfteres Maul als große und grobe. Außerdem erfahre ich, dass sich der Schwierigkeitsgrad nicht nur in der Größe sondern auch in der Materialbeschaffenheit unterscheidet: „Ein Zwergerl mit glatter Oberfläche, wie Kunstleder, nimmt wesentlich weniger Geruch auf und ist folglich schwerer zu finden“. Das macht Sinn.

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Die kleinen Öko-Zwergerl sind außerdem noch umweltbewusst, denn Linda verarbeitet „alte“ Materialien in ihren Produkten einfach weiter und schafft damit eine tolle neue Idee.

Toll finde ich auch, dass jedes Teil ein Unikat ist.  Kein Zwergerl gleicht dem anderen, jedes unterscheidet sich in Größe, Farbe,  Beschaffenheit und Füllung. Selbst der Recyclingaspekt bleibt nicht aus, denn Linda verarbeitet allerhand Second-Hand-Material in ihren Produkten: Das kleine Viereck das an Schafswolle erinnert war einst Teil einer alten Handwerkerjacke, das braun gestreifte das gleich danebenliegt ist ein Stück Cordhose des Schwiegervaters. Selbst Omas Kunststoffperlen wurden in dem Dummy verarbeitet das ich später für Paul gekauft habe. Das zweite ist mit Plastikfolie gefüllt, was ihn besonders leicht und schwimmfähig macht. Schließlich erfahre ich, dass Linda auch Aufträge annimmt, das heißt ich kann mit meinen Stoffen und Ideen bei Ihr aufschlagen und sie setzt diese dann mit ihrer Nähmaschine in die Tat um. Ich freue mich schon darauf, und Pauli der „Testhund“ sicherlich auch!

Ihr möchtet auch ein Zwergerl erwerben? Klein Problem, Lindas kompetente Beratung bekommt Ihr hier.

Update

Wir haben die Zwergerl zwar entdeckt 😉 , aber mittlerweile könnt Ihr Euch auch an anderen Stellen darüber informieren: bei den Hamburger Hunden, auf der eigenen Zwergerl-Seite und in der Facebook-Gruppe.

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