Reisen mit Hund: 4 Bloggerinnen verraten Dir ihre größten Herausforderungen

Reisen mit Hund ist großartig! Mit dem besten Freund tolle Abenteuer erleben ist eine wahre Freude. Wandern, Boot fahren, mit dem Camper die Welt erobern oder einfach nur kuscheln im Hotelzimmer. Life is always better with a Dog! Und Reisen auch. Aber manchmal hat das Reisen mit Hund auch so seine Tücken.

Life is always better with a Dog

Meine persönliche Herausforderung beim Reisen mit Hund

Meine persönliche Herausforderung mit Paul, ist das Reisen in warmen Gebieten. Und mit warm meine ich alles was mehr als 20° im Schatten hat. Paul ist einfach ein Winterhund. Als Labrador hat er super dichte und warme Unterwolle. Das macht ihm im Sommer und in warmen Ländern sehr zu schaffen. Daher berücksichtige ich bei unserer Reiseplanung immer ob genügend Wasserquellen vorhanden sind wo er sich abkühlen kann, oder ich fahre einfach so weit hoch in den Norden, wo die Temperaturen im Sommer wieder angenehm sind. Glaub mir den Sommer in Skandinavien wirst Du niemals vergessen!

Herausforderungen beim Reisen mit Hund können vielfältig sein, und sie sind grundsätzlich nichts Schlechtes. Man muss nur wissen wie man mit ihnen umgeht. Diese vier Reisebloggerinnen verraten Dir ihre größten Herausforderungen beim Reisen mit Hund.

Anne von Going Vagabond

Marrón habe ich damals auf der Straße in Peru gefunden. Er war erst 4 Wochen alt und eigentlich noch viel zu jung um von seiner Mutter wegzukommen. Ich habe damals im Norden Perus gelebt und in einem Kindergarten gearbeitet. Auf dem Rückweg nach Hause saß er da an der Straßenecke, ein bisschen schüchtern und völlig verfloht, aber ansonsten gesund und munter. Da ich (fast) mein ganzes Leben einen Hund hatte, war mir klar, den kann ich hier nicht einfach seinem Schicksal überlassen. In Peru werden viele Straßenhunde in regelmäßigen „Reinigungsaktionen“getötet. Ein paar Wochen später hat die Stadt das wieder gemacht. Hätte ich ihn nicht damals mitgenommen, dann wäre er wohl jetzt tot. Mein Mann und ich haben noch anderhalb Jahre mit ihm in Peru gelebt und sind mit ihm damals sogar bis nach Ecuador gereist. Anfang 2013 sind wir nach Deutschland gegangen und haben ihn natürlich mitgenommen. Einen Hund aus dem nicht-europäischen Ausland mitzunehmen, ist eine ganz schöne Tortur.  Aber letztendlich haben wir es geschafft. Ebenso der Flug, den er jedoch mit links überstanden hat. Marrón ist damals von der 30 °C-Hitze in Peru ins -10°C kalte Deutschland gekommen. Das erste, was er gemacht hat damals, ist sich mit voller Power durch den Pulverschnee zu schmeißen. Da wusste ich, deutsche Temperaturen sind also auch kein Problem. Seitdem leben wir mit ihm in Berlin und er fegt mit seinen internationalen Kumpels aus Bulgarien, Spanien, Rumänien und Griechenland über die Hundeplätze.

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Marrón liebt es Action zu haben uns zu verreisen. Wenn wir unsere Rucksäcke oder Koffer aus dem Keller kramen und anfangen zu packen, flippt der Hund immer total aus vor Freude. Er macht eigentlich alles mit und benimmt sich immer total super. In Peru sind wir mit Marrón damals verreist, als er noch ein Welpe war. Wir haben ihn einfach in der Tasche mit in den Reisebus geschmuggelt und uns nach hinten gesetzt. So konnte er während der Fahrt wenigstens bei uns sein und sich auf seiner Decke ausbreiten. Sonst hätte er nämlich 12 Stunden unten im Gepäckraum in einer Box sitzen müssen.

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Aber auch in Deutschland ist Reisen mit Hund für uns ehrlich gesagt schon wirklich ein Problem. Wir haben nämlich kein Auto und auch keine Verwandten in der Nähe, die uns eins leihen könnten. Wenn wir meine Family in NRW besuchen fahren, fahren wir immer mit dem Zug. Da die Bahn aber absolut Hunde-unfreundlich ist und Hund und -besitzern das Leben nicht nur schwer, sondern auch teuer macht, fahren wir sogar oft die 9 Stunden nur mit Regionalexpressen. Zum Glück haben wir den unkompliziertesten Hund der Welt, und die 9 Stunden Zugfahren mit 8 Mal umsteigen scheinen ihm ziemlich egal zu sein. Sogar in der Mitfahrgelegenheit ist er schon mitgefahren. Wir haben schon Glück, dass er wirklich alles mit sich machen lässt.

Bei Flugreisen kommt er jetzt erstmal zu meinen Eltern, da wird er verwöhnt und kann stundenlang durch die Rheinwiesen laufen. Ab 2017 planen wir allerdings wieder zurück nach Lateinamerika zu gehen, und uns dort einen kleinen Bus zu kaufen um dann eine richtige Tour quer durch Südamerika zu machen. Na und da darf Marrón natürlich nicht fehlen!

Steffi von Keine Eile

So habe ich meine Hündin kennen gelernt: Es war im Januar 2011. Wir überwinterten in Spanien. Das erste Mal im Wohnmobil. Eigentlich waren wir auf dem Weg nach Marokko. Bis dorthin hatten wir es allerdings nicht geschafft, da wir an der Küste von Murcia ein wunderbares Plätzchen gefunden hatten. Mehrere Wochen waren wir bereits dort, als dort plötzlich ein kleiner, wilder, brauner Hund auftauchte. Wir nahmen sie versuchsweise bei uns auf. Jeden Tag warteten wir darauf, dass ihr Besitzer kommen und sie suchen würde. Aber es kam niemand. Wir hatten nicht wirklich eine Wahl. Sie schlich sich in unsere Herzen. Sie suchte sich uns aus. Zog einfach ein. Nahm Sofa und Bett in Beschlag. Mit einem einzigen Augenaufschlag lagen wir ihr zu Füßen. So einfach war das. Wir gaben ihr einen Namen: Lucy.

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In unserem zum Wohnen ausgebauten LKW wohnen wir auf 9 qm zu Dritt. 2 Menschen, 1 Hund. Wir sind immer zusammen. Lucy ist überall dabei. Sie kennt es nicht längere Zeit alleine zu Hause zu sein. Und das ist eine große Herausforderung beim Reisen mit Hund, wenn wir dann doch mal irgendwo hin müssen und sie nicht mitkann. Gerne sitzt sie dann im Fahrerhaus, schaut aus dem Fenster und wartet die ganze Zeit. Lucy hat zwei Gesichter: Drinnen ist sie der liebste Hund der Welt, draußen eine wilde Jägerin. Damit kommen wir mittlerweile zurecht. Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind jagen, Mülleimer und Kühlschränke klar machen, gucken, was es beim Nachbarn gerade leckeres gibt. Sie ist eine Wasserratte, schwimmt gerne lange Strecken. Und schlafen, dösen, rumliegen, chillen sind wohl ihre Leidenschaften. Da wir auf einer stetigen Reise sind, alle paar Tage oder Wochen woanders, ist es auch für Lucy jedes Mal ein Umstellung. An neuen Orten müssen wir sie erst mal neu anlernen. Zuerst bellt sie wegen jedem Geräusch, knurrt jeden an, der am Auto vorbeigeht. Nach 1 -2 Tagen legt sich das aber.

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Sarah von Verwandert

Ich bin Sarah, 25 Jahre jung und gemeinsam mit meinem Hund Sturmi und meinem Mini-Pony Egon wandere ich durch Deutschland.
Sturmi ist ein kniehoher Mischling, den mein Mann und ich im Februar 2012 aus dem Tierheim adoptiert haben. Ursprünglich kommt der Kleine aus Rumänien, wo er vier Jahre lang auf der Straße gelebt hat.
Er ist ein ziemlich gemütlicher Kerl, der den halben Tag auf dem Sofa liegt und schläft. Durch seine Straßenhund-Vergangenheit ist er außerdem sehr selbstständig und macht die meiste Zeit sein eigenes Ding. In der Wohnung praktisch, weil es ihm egal ist, ob jemand zuhause ist oder nicht, beim Spazierengehen sind wir allerdings immer noch dabei, ihm das Jagen abzutrainieren. Inzwischen klappt das aber zum Glück sehr gut und so können wir zu viert mit Pony Egon wandern gehen.

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Unsere Herausforderung beim Reisen mit Hund ist, dass auf unseren Reisen ist die Aufmerksamkeit sehr stark auf das Pony gelenkt ist. Da fällt es mir manchmal schwer, Sturmi genügend zu beachten und zu loben. Außerdem musste ich ihn anfangs natürlich erstmal an Egon gewöhnen. Er hatte nie Angst, ganz im Gegenteil: Zu Beginn kam er immer gefährlich nah an die Hufe oder blieb plötzlich vor Egon stehen. Das klappt inzwischen aber schon super.
Ansonsten ist das Reisen mit Sturmi wirklich angenehm. Er schläft mit bei uns im Zelt oder im Gästezimmer und passt sicher super schnell neuen Gegebenheiten an. Einfach ein perfekter Reise-Hund.

Martina von HundeReisenMehr

Mein Name ist Martina, und ich bin stolze Besitzerin von zwei Rhodesian Ridgebacks – Dayo und Suri. Seit zwei Jahren betreibe ich mit HundeReisenMehr einen Blog, in dem sich alles rund um das Reisen mit Hund dreht. Seit kurzem leben wir im südlichen Westerwald und sind im Moment noch dabei, die nähere Umgebung dort zu erkunden.

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Die größte Herausforderung beim Reisen mit Hunden ist nicht nur, dass ich mit zwei Hunden unterwegs bin, sondern dass diese auch noch ziemlich groß sind. Zwar sind mittlerweile in vielen Hotels Hunde willkommen, aber es ist immer ratsam, sich vorher zu erkundigen, was „Hunde sind willkommen“ bedeutet. Stadthotels neigen hin und wieder dazu, die Größe auf beispielsweise maximal 40 Zentimeter zu beschränken oder gar nur einen Hund pro Zimmer zu erlauben. Darüber hinaus lassen sich viele Hotels die vierbeinigen Zusatzgäste richtig gut bezahlen. Bei 25 Euro pro Hund und Nacht kommt ganz schnell eine größere Summe zu den sonstigen Reisekosten hinzu.

Mein Fazit: Beim Reisen mit Hund ist Planung alles! Egal ob Wandern mit Hund und Pony, beim Campen oder während Hotelaufenthalten. Mit der richtigen Planung und ausreichend Übung oder Eingewöhnung klappt fast alles!

–> Was ist Deine größte Herausforderung beim Reisen mit Hund? Hinterlasse einen Kommentar!

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  • Spannender und sehr schöner Artikel!

    Eine große Herausforderung für mich war einmal, meine Hündin vor dem Supermarkt angebunden alleine zu lassen. Ich hatte das noch nie zuvor so gemacht, musste aber auf einer Trekkingtour unbedingt Proviant kaufen. Die Wutz nahm es gelassen, aber für mich war es ein aufregender Einkauf ^^

    Eine andere Herausforderung auf der gleichen Tour war, dass ich in der Zeit zu einem Tierarzt musste, weil sie einen starken Husten bekam – wenn man dann daran denkt, dass man jede Strecke laufen muss ist das schon was ganz anderes als so im Alltag mal schnell beim Doc vorbeifahren. Die Wutz durfte dann vom Doc aus auch tatsächlich nicht mehr weiterwandern und ich stand vor der Frage, was nun? Tour abbrechen oder wohin mit dem Hund.

    Glücklicherweise konnte mein Paps die Wutz abholen… nach drei Tagen liebevoller Pflege bei „Oma&Opa“ war sie wieder vollständig genesen (und dick^^). LG und weiterhin viel Spaß an alle mit Hunden auf Reisen wünschen Euch Birte&Wutz

  • The Doggy Blog

    Liebe Alex, vielen Dank dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Die Geschichte mit dem Taxi ist mehr als ärgerlich. Ich glaube der Fahrer hätte mich nach meinem Tobsuchtsanfall wahrscheinlich gar nicht mehr mitnehmen wollen 😉

  • Alex von „Ein Blog namens Wand

    Eine tolle Zusammenstellung. Unterschiedliche Hunde, unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Reisen, unterschiedliche Präferenzen und Herausforderungen und doch erkennt man sich wieder.
    Bei uns stellt sich – obwohl Pepe sehr klein ist und wir hauptsächlich in Deutschland unterwegs sind – der Transfer als oft als große Herausforderung heraus. Zuletzt auf dem Eifelsteig. Wir waren mehrere Tage unterwegs und mussten nun zurück zum Auto. Der ÖPNV spuckt eine Verbindung mit einem Ruf-Taxi (ein Taxi bedient hier die Strecke des Linienbusses und muss vorher bestellt werden). Wir bestellen artig, wissen um den Zuschlag zum Linienbus… und werden wegen unseres Hundes nicht mitgenommen. Beförderungsbedingungen und so. Aha. Stand leider nirgendwo. Der Knaller: Die gleiche Taxifahrerin bietet uns an, uns im gleichen Taxi die identische Strecke zu fahren. Nur halt zum Taxi-Preis. Die Beförderungsbedingungen des Taxis seien andere als die des (identischen) Ruf-Taxis (=Linienbus-.Ersatz). Tja, uns blieb irgendwo im Nirgendwo der Eifel dann leider keine andere Wahl.
    Ansonsten ist es auf (Fern-) wanderungen manchmal herausfordernd im Vorfeld abzuschätzen, ob der Hund eine Strecke bewältigen kann. Nicht immer ist angegeben, ob es Treppen, Leitern oder für Hunde gesperrte Teilstücke gibt. Meist hilft da eine sehr gute Recherche und ein bisschen Flexibilität.
    Letztlich ist es aber immer ein Genuss mit dem Hund unterwegs zu sein.
    Viele Grüße und schöne Feiertage
    Alex

  • hunde-ferienhaeuser.de

    Schöner Artikel. Wir haben auch seit Jahren einen Hund aus dem Tierschutz und einige Themen kommen einem da ziemlich bekannt vor. Unser Vierbeiner ist inzwischen schon ein alter Herr und da hat sich die Aufregung auf Reisen gegenüber früher insgesamt erhöht. Die größte Herausforderung auf Reisen ist aber, dass er seit jeher das Autofahren nicht allzu gut verträgt. Zwölf Stunden vorab kein Futter, beruhigende Hörspiel-CD Stimmen (klappt bei unserem Hund manchmal wirklich) und regelmäßige Pausen helfen. Lange Autofahrten versuchen wir aber inzwischen möglichst zu vermeiden.

  • The Doggy Blog

    Ja so ist es Anna, nicht jeder Hund ist für’s Reisen geeignet. Und erzwingen sollte man schon gar nichts. Das habe ich auch unter dem Menüpunkt „Philosophie“ geschrieben. Alles was der Hund tut beruht auf freiwilliger Kooperation. Und wenn es nichts für ihn ist, dann ist es eben so. Es gibt jede Menge anderer Beschäftigungsmöglichkeiten die ebenfalls Spaß machen.

  • The Doggy Blog

    Hey Steffi, ich hab zu danken 🙂 Ist doch eine spannende Geschichte, die von Dir und Lucy!

  • Hallo Miriam,

    Pauli ist auch schon ein paar Mal Bahn gefahren. Allerdings nur kürzere Strecken mit dem Regionalzug. Und Du hast völlig Recht, bei der Deutschen Bahn kostet Reisen mit Hund unheimlich viel Geld. Was noch erschwerend hinzu kommt ist die unfassbare Inkompetenz der Mitarbeiter. Ich habe bezüglich Hundebahnfahrten schon sehr unterschiedliche Aussagen zu hören bekommen. Manchmal so gar ein schulter zuckendes „Keine Ahnung“. Am Nesten ist es, wenn man sich solche Aussagen schriftlich geben lässt 😀

  • Hallo Sarah!

    Vielen Dank für die schönen Interviews, danke, dass ich mitmachen durfte 🙂

    An den vier so ganz unterschiedlichen Hunden und ihren verschiedenen Reisestilen merkt man ja schon, dass Reisen mit Hund echt kein Problem ist und die meisten Hunde es wohl auch sehr gerne machen. Hauptsache Mensch und Hund sind zusammen. Hunde sind ja unglaublich anpassungsfähig und mit einem starken Partner an ihrer Seite meistens sie die Reiserei!

    bunteGrüße
    deineSteffi

  • Hallo liebe Sarah,
    ein wirklich toller Artikel.
    Ich muss gott sei dank nicht all zu oft mit meinen zwei Reisen. Die letzte Reise, nach Wien zur Cousine meines Freundes, mussten wir vorzeitig beenden, weil Lemmy sich, vor lauter Aufregung, blutig gebissen hat. Ihm ist es lieber, wenn er in seinem Heim ist. Deshalb wird auch der hoffentlich bald anstehende Umzug wieder eine große Herausforderung.

    Der Relaunch ist dir übrigens super gelungen 🙂

    Liebe Grüße
    drück dich
    Anna und der Rest vom Canistecture Rudel 🙂

  • Hallo Sarah,
    sehr schöner Artikel! Mein größte Herausforderung wird zukünftig wohl auch das Bahnfahren mit Hund sein. Ich fahre häufig zwischen Berlin und Leipzig hin und her und bisher war das mit dem privaten Interconnex-Zug völlig problemlos und der Hund hat dort nur 5 EUR pro Fahrt gekostet. Leider wird der Zug aufgrund der Fernbuskonkurrenz nun eingestellt und mit der Deutschen Bahn ist es sehr teuer.
    Ansonsten versuche ich vor unseren Urlauben immer schon herauszufinden, was mit Hund möglich ist und was nicht und schreibe dazu hinterher auf meinem Blog.
    Cool, dass Du jetzt auch über Reisen mit Hund schreiben wirst! Es kann nie genug Tipps geben!
    Liebe Grüße
    Miriam